Handhabung von Stahlplatten leicht gemacht
15.01.2010
Kranbares Vakuum-Hebegerät VacuMaster Vario sorgt im mittelständischen Stahlbaubetrieb Haist in Baiersbronn-Mitteltal für mehr Effizienz und Sicherheit beim Stahlplatten-Handling
Das Thema Rationalisierung macht auch vor mittelständischen Unternehmen nicht halt. Mit der Investition in moderne und hochleistungsfähige Produktionsmaschinen allein ist es jedoch nicht getan, denn auch das logistische Umfeld muss einbezogen werden. Das reicht von der Lagerung der Rohmaterialien über die Beschickung von Bearbeitungsmaschinen bis hin zur Entnahme und Lagerung der Fertigteile. Längst haben Metallbaubetriebe erkannt, dass sich Bleche unterschiedlichster Abmessungen und Stärken mittels Vakuum-Handhabungsgeräten einfach, schnell und sicher befördern und handhaben lassen. Geht es um das Handling von Stahlplatten (Grobblechen) mit Gewichten bis 1.800 kg, denkt man jedoch nicht zuerst an die Handhabung mittels Vakuum, sondern eher an konventionelles Handling per kranbaren Klauen- oder Magnet-Greifern. Nachteile dieser Methoden: nicht-formstabile, unebene oder nicht-ferromagnetische Bleche lassen sich nicht oder nicht prozesssicher bewegen.
Materialfluss-Optimierung gesucht
Die technisch einfache und vor allem prozesssichere Lösung lautet also Vakuum-Handhabung, wie anhand des nachfolgenden Praxisberichts nachzuvollziehen ist. So hat der Schwarzwälder Stahlbaubetrieb Egon Haist, Baiersbronn-Mitteltal, im Bereich der Beschickung einer CNC-Plasma-Brennschneidanlage den Materialfluss dahingehend rationalisiert, dass die schweren und großen Stahlplatten heute nur noch von einer Bedienperson gehandhabt werden − früher waren dafür mindestens zwei Mann erforderlich. Der Transport der Stahlplatten vom Lagerplatz auf die Maschine dauerte einfach viel zu lange und war überdies nicht ungefährlich: Die Handhabung der Lasten wurde früher per Kettengehänge und Kran durchgeführt, was immer wieder sicherheitstechnische Probleme brachte, weil die Platten durchzurutschen drohten. Die Stahlplatten bei der Firma Haist haben mit 1.500 x 3.000 mm (L x B) Mittelformat und wiegen je nach Dicke (15 oder 50 mm) zwischen 540 und bis zu 1.800 kg. Sie sind nur schwer zu positionieren und aufwändig in der Handhabung, zumal das Kettengehänge umständlich anzulegen und nach dem Transport bzw. der Platzierung auf der Bearbeitungsmaschine abzunehmen war.
Rationeller, effizienter, sicherer
Heute sieht das jedoch ganz anders aus. Denn mit Hilfe des Spezialisten für Vakuum-Technik J. Schmalz GmbH konnten die Abläufe beim Stahlplatten-Handling nicht nur grundlegend verbessert, sondern auch deutlich sicherer gemacht werden. Nach Analyse der betrieblichen Abläufe brachten die Techniker von Schmalz den Vorschlag, hier ein kranbares Vakuum-Hebegerät vom Typ VacuMaster Vario 2000 einzusetzen, das für eine maximale Last von 2.000 kg ausgelegt ist und sich sehr flexibel einsetzen lässt. Das Vakuum-Hebegerät besteht aus einer Längstraverse aus Stahl mit ergonomischem Bedienbügel, integriertem Vakuum-Speicher und Vakuum-Erzeuger und wird als komplette Einheit lediglich an den Kran gehängt. Nach dem Einstecken der Stromversorgung und dem Einschalten der Vakuum-Pumpe kann sofort mit der Arbeit begonnen werden. Zum Ansaugen, Greifen und für den sicheren Transport sind insgesamt 14 Einzelsaugplatten installiert, die wiederum an Federelementen aufgehängt wurden. Damit lassen sich Unebenheiten oder Durchbiegungen problemlos ausgleichen, was wiederum die sichere Handhabung unterstützt. Sicherheitsaspekte beim Handhaben der schweren Stahlplatten werden mehrfach berücksichtigt: Bei Stromausfall sorgen der große integrierte Vakuum-Speicher und ein Rückschlagventil für sicheren Halt der Stahlplatte, eine elektronische Warneinrichtung gibt ein akustisches Signal bei zu geringem Vakuum-Level. Das Handschiebeventil mit einklemmsicherer Rastung verhindert Fehlbedienung und unbeabsichtigtes Abwerfen der Last.
Erwartungen erfüllt
Nach Auskunft der Geschäftsleitung von Haist wurden die Erwartungen an die Vakuum-Handhabung der sperrigen und schweren Stahlplatten mehr als erfüllt. Heute nimmt nur noch eine Person das Platten-Handling vor und es wird viel weniger Zeit benötigt. Das Vakuum-Hebegerät funktioniert bis dato ohne Störungen und ohne Wartungsaufwand. Die Akzeptanz unter den Mitarbeitern ist sehr gut, weil die schwere Arbeit sichtlich erleichtert ist: Das Anheben der Lasten mittels Vakuum spart Kraft, vermeidet Überbeanspruchung und geht viel sicherer von statten. Unproduktive Nebenzeiten haben sich deutlich verringert. Dies wiederum bringt eine bessere Nutzung der Maschinen-Laufzeiten in Form von „echt“ genutzten Produktionszeiten mit sich, wodurch eine Steigerung der Produktivität zu verzeichnen ist. Rechnet man nun noch die gesunkenen Personalkosten hinzu, dann bleibt festzuhalten, dass sich diese Investition mit Sicherheit schnell amortisiert und dass mit dem Einsatz des Vakuum-Hebegeräts VacuMaster Vario die Stahlplatten-Bearbeitung mehr als nur „materialflusstechnisch“ rationalisiert wurde...
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