Vakuum-Handling rationalisiert Möbelbau
23.03.2010
Vakuum-Hebegerät erlaubt das Wenden von Holzplatten um 180 Grad und sorgt damit für Personaleinsparungen und Effizienzsteigerung in der Fertigung hochwertiger Qualitätsmöbel
Als Hersteller von formschönen, individuell gefertigten Möbelprogrammen beweist die Firma Möbelbau Lober GmbH mit Sitz in 74586 Honhardt, dass sich Gestaltungsvielfalt und handwerklich-industrielle Qualität keineswegs ausschließen. Das erreicht der 40-Mann-Betrieb unter anderem durch den konsequenten Einsatz modernster CNC-Bearbeitungszentren. In vielen Details vertraut Lober Möbelbau aber weiterhin auf die handwerkliche Sorgfalt seiner Fachkräfte. Ein gutes Beispiel dafür ist die Fertigung von Büromöbel-Tischplatten, die auf einer CNC-Zuschneideanlage auf Maß gesägt werden. Aus der Vorfertigung verfügen die Platten an einer Seite bereits über eine abgerundete Schutzkante. Produktionsbedingt zeigt diese Schutzkante nach unten, sodass die als Stapelware an der Sägemaschine bereitgestellten Tischplatten-Rohlinge vor dem Auflegen auf den Maschinentisch um 180 Grad gewendet werden müssen. Je nach Länge und Gewicht der Tischplatte kann dies eine Person alleine nicht bewerkstelligen. Auch die Materialbeschädigung und die gesundheitliche Beeinträchtigung der Mitarbeiter sind beim Transport von schweren und großformatigen Werkstücken per Hand immer ein Thema.
Die Arbeit erleichtern und gleichzeitig sparen?
Aus den oben genannten Gründen entschlossen sich die Verantwortlichen von Lober Möbelbau für das Investment in ein Vakuum-Hebegerät vom Typ VacuMaster Comfort 125-180-2 der J. Schmalz GmbH. Der Kontakt zum Spezialisten für Vakuum- und Handhabungstechnik bestand schon seit Jahren. Während dieser Zeit hatte man mit den Handhabungslösungen von Schmalz bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. Nach einer ausführlichen Bedarfsanalyse erfolgte der Vorschlag, ein Vakuum-Hebegerät der Baureihe VacuMaster Comfort zum Wenden der Platten um 180 Grad, ausgelegt für Lastgewichte bis 125 kg, einzusetzen. Das Baukastensystem ermöglichte es, das Hebegerät mit zwei an einer Aluminiumtraverse montierten Saugplatten SPU perfekt auf die Handhabungsaufgabe anzupassen. Die bis zu 110 kg schweren Standard-Platten sind 3.600 mm lang, 1.000 mm breit und 30 mm dick. Um diese ungehindert vom Stapel entnehmen zu können, zu wenden und auf dem Maschinentisch zu platzieren, wurde das Vakuum-Hebegerät mit einer Einträger-Hängekrananlage mit 7 x 5 Meter Arbeitsbereich kombiniert. Die leichtgängige Aluminium-Hängekrankonstruktion in Kombination mit dem Hebegerät erlauben das einfache, sichere und dabei zielgenaue Beladen der Maschine durch nur eine Bedienperson.
Die andere Produktivitätsformel: Aus 2 mach 1...
Das Vakuum-Hebegerät VacuMaster Comfort 125-180-2 verfügt über einen ergonomischen Bedienbügel mit integrierter Steuerung. Per Knopfdruck lassen sich Kettenzug (auf/ab), Vakuum (ein/aus) und das Wenden um 180 Grad steuern. Die großflächigen Sauggreifer sind flexibel an einer Lasttraverse befestigt, welche gleichzeitig als Vakuum-Speicher dient. Die Vakuum-Erzeugung übernimmt eine integrierte Vakuum-Pumpe mit Energiesparautomatik. Die Pumpe wird nach dem Ansaugen nur dann erneut aktiviert, wenn ein Vakuum-Schalter signalisiert, dass dies aufgrund fallenden Vakuums erforderlich ist. Für den sicheren und zuverlässigen Griff sorgen zudem die erwähnten beiden Saugplatten SPU mit 360 mm Durchmesser aus dem robusten Material NBR-55, die mit einer speziellen Dichtkante versehen sind. Laut Auskunft von Rainer Baudermann, Fertigungsleiter bei Lober Möbelbau GmbH, sind durch den Einsatz des Vakuum-Hebegeräts die beiden wichtigen Kriterien Einsparen von Personal und Erleichterung der Arbeit voll erfüllt. Seit der Umstellung von manueller Handhabung auf maschinelle Handhabung ist für diesen Arbeitsgang nur noch eine anstatt früher zwei Person notwendig. Die Mitarbeiter sind sehr zufrieden und klagen über weniger Rückenschmerzen. Dabei hat sich die Produktivität nicht nur bezüglich des Platten-Handlings, sondern auch durch geringere Maschinen-Stillstandzeiten erhöht.
Materialflussprobleme clever gelöst!
Überzeugt zeigte sich Rainer Baudermann auch hinsichtlich dem Projektverlauf und der kompetenten Beratung, zumal auch alle Service-Leistungen rund um das Gerät, wie z. B. die UVV-Abnahme, durch Schmalz erfolgten. So ist es nicht verwunderlich, dass im Unternehmen auch ein weiteres Schmalz-Gerät im Einsatz ist. In direkter Nachbarschaft des Vakuum-Hebegeräts zur Beschickung der Sägemaschine erleichtert ein Vakuum-Schlauchheber vom Typ
JumboSprint 85 die Entnahme der gesägten Zuschnitte. Der Schlauchheber ist mit einem Doppelgreifer ausgerüstet und an einem extra flach bauenden Deckenschwenkkran aufgehängt. Dank Ausleger mit Teleskop-Funktion können die Zuschnitte mit dem Vakuum-Schlauchheber auf engstem Raum flexibel gehandhabt bzw. gestapelt werden. Die beiden Vakuum-Geräte getrennt einzusetzen macht durchaus Sinn. Weil sowohl das Vakuum-Hebegerät als auch der Vakuum-Schlauchheber immer ihrer Aufgabe zugeordnet bleiben, braucht der Bediener keine unnützen Wege zurücklegen – ein weiteres Beispiel für Produktitätssteigerung durch Vakuum-Technik.
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