100 Jahre innovative Technologien aus dem Schwarzwald - Vakuum-Spezialist Schmalz feiert Jubiläum

18.06.2010

Von der Rasierklinge zu komplexen Vakuum-Lösungen für Greif- und Handhabungssysteme – in 100 Jahren Firmengeschichte hat sich beim schwarzwälder Unternehmen Schmalz viel getan. Ein guter Grund zum Feiern.


Roboterarme heben in Pressenstraßen Karrosserieteile, Möbelteile werden in CNC-Bearbeitungszentren festgehalten, ein Bediener hebt tonnenschwere Stahlplatten – mit Vakuum-Technik geht das spielend einfach. Die J. Schmalz GmbH zählt in dieser Disziplin zu den Marktführern und entwickelt, produziert und vertreibt Greif-, Spann- und Handhabungstechnik. „Die Anwendungsbereiche sind sehr breit gestreut“, sagt Dr. Kurt Schmalz, der gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang als geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen leitet. „Das Portfolio erstreckt sich über Anwendungen in allen Bereichen im Handwerk und in der Industrie.“ Am 18. Juni feiert das innovative Unternehmen an seinem Hauptsitz in Glatten (Schwarzwald) seinen 100. Geburtstag.

In diesen 100 Jahren hat sich Schmalz mit 16 Auslandsniederlassungen und Partnern in mehr als 40 Ländern zu einem international agierenden Unternehmen entwickelt. Noch zur Jahrtausendwende zählte das Unternehmen 173 Mitarbeiter, heute sind weltweit rund 600 beschäftigt. Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden und genügend Kapazitäten am Standort Deutschland zu schaffen, investierte Schmalz jüngst 16,3 Millionen Euro in sein bisher größtes Bauprojekt, den 13.770 Quadratmeter großen Neubau. Geplant und umgesetzt wurde dieses Projekt unter Berücksichtigung modernster ökologischer Aspekte. „In allen Bereichen vereinen wir unseren wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung, so auch bei dem Bau dieser neuen Produktionshalle“, erläutert Wolfgang Schmalz.

Der Umweltschutz war bei dem traditionsreichen Unternehmen schon immer Teil des täglichen Handelns. Nicht nur der Energiebedarf wurde optimiert. Schmalz verstärkte auch die Investition in die nachhaltige Energiegewinnung. „Heute sind wir ein Positiv-Energie-Unternehmen“, resümiert Wolfgang Schmalz. „Wir erzeugen mehr Energie aus regenerativen Quellen, als wir selbst verbrauchen.“ Das Unternehmen verfügt über eine Photovoltaikanlage, eine Holzhackschnitzelheizung, zwei Windkraft-, eine Solar- und eine Wasserkraftanlage.

Nachhaltigkeit spielt bei Schmalz eine große Rolle – nicht nur ökologisch. Als Familienunternehmen hat es den langfristigen Erfolg im Blick, nicht die kurzfristigen Quartalszahlen. Und: Schmalz legt auf seine Mitarbeiter ganz besonderen Wert. Das Personalmanagement besteht deshalb aus einer Vielzahl an Elementen, die gemeinsam mit dem gewählten Mitarbeiterbeirat eingeführt wurden. Das Unternehmen lässt zum Beispiel Führungskräfte von den Mitarbeitenden bewerten, belohnt gesundheitsbewusstes Verhalten mit Prämien und bietet seinen Leuten Schulungen in der hauseigenen Schmalz-Academy. „Sehr viel Wert legen wir auf die Ausbildung junger Menschen“, sagt Dr. Kurt Schmalz, der in der Region eine Ausbildungsinitiative für lernbeeinträchtigte Jugendliche in Leben gerufen hat. Die Ausbildungsquote liegt bei 14 Prozent – und damit weit über dem deutschen Industrie-Durchschnitt.

All diese ökologischen und sozialen Maßnahmen müssen mit klaren ökonomischen Zielvorgaben im Einklang stehen. Für die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung geht das Unternehmen auch in anderen Bereichen immer wieder neue Wege. Die Entwicklung neuer innovativer Produkte und damit die Erschließung neuer Märkte gehört bei Schmalz zum Tagesgeschäft, wie der jüngst entwickelte Greifer für Solarwafer zeigt. In der Unternehmensführung und der Organisation der Prozesse setzt Schmalz ebenfalls auf Innovation. Im vergangenen Jahr wurde ein effizientes Wertschöpfungssystem eingeführt, das schlanke Produktionsprozesse und moderne Logistikkonzepte realisiert.

Alles begann vor 100 Jahren


Als im November 1910 Johannes Schmalz das Unternehmen gründete, hatte er noch ganz andere Märkte im Fokus. Die „Johannes Schmalz Rasierklingenfabrik“ sorgte mit der Marke „Glattis“ für sauber rasierte Wangen in ganz Deutschland. Mit bis zu 600.000 verkauften Rasierklingen pro Monat war der Unternehmer jahrzehntelang äußerst erfolgreich. Als der Elektrorasier seinen Siegeszug antrat, erschlossen sich die Schwarzwälder andere Geschäftsfelder. Artur Schmalz, der die Firma in der zweiten Generation führte, entwickelte neben landwirtschaftlich genutzten Anhängern und dem patentierten Stützrad eine Vielzahl weiterer Transportwagen, wie Post-, Servier- oder Gepäckwagen sowie Cockpittreppen als Einstieghilfe für Piloten und fahrbaren Tankstellen zur Betankung von Vorfeldschlepper.

1984 übernahm Dr. Dipl.-Ing. Kurt Schmalz die Geschäftsführung, die sechs Jahre später durch seinen Bruder Dipl.-Ing. Wolfgang Schmalz komplettiert wird. Schon während der Schulzeit und des Studiums arbeitete Dr. Kurt Schmalz im Unternehmen mit. Er kam schnell zur Erkenntnis, dass ein neues Produktprogramm notwendig war. Durch enge und gute Kundenbeziehungen kam er schließlich zur Vakuum-Technologie. Dr. Kurt Schmalz entwickelte einen druckluftbetriebenen Vakuum-Erzeuger und einen Vakuum-Arbeitstisch. Bald darauf folgen die ersten Vakuum-Hebegeräte und Vakuum-Schlauchheber sowie einzelne Vakuum-Komponenten und Vakuum-Aufspannsysteme.


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